Tagebuch: 30.01.2026
TAGEBUCH
1/30/20262 min read
Liebe Kathi,
heute Morgen hatten wir unseren ersten Wecker schon auf 08:30 Uhr gestellt, wobei wir dann morgens entschieden haben, einfach etwas länger zu schlafen. Das hat sehr gut getan, da du leider ja auch nie so richtig die Zeit zum Ausschlafen findest, und zudem das Kuscheln am Morgen einfach super schön war. Um kurz vor 11 sind wir dann aufgestanden, und haben uns kurz für die Wanderung fertig gemacht – Brote schmieren, Tasche packen, Feuerholz einpacken und vor allem warm anziehen.
Nachdem wir dann unser Zeug ins Auto gepackt hatten und noch kurz mit dem lokalen Bauern (vermutlich dem Mann der Vermieterin) geredet hatten, sind wir auch schon losgewandert. Schnell jedoch wurde der Weg sehr eisig, sodass wir uns an den Spikes versucht haben. Das einzige Problem war, dass wir beide noch nie Spikes aufgezogen hatten und demnach nicht genau wussten, wie es geht, und es dann auch nicht hinbekommen haben. Das hat bei uns beiden kurz zu etwas Frust geführt, der aber zum Glück schnell wieder verflogen war. Kurze Zeit später haben wir dann Schneeschuhe angezogen, womit es um einiges leichter war, den steilen Hang hochzulaufen. Die Wanderung dauerte in jede Richtung circa eine Stunde, wobei man auf dem Weg wunderschöne Landschaften beobachten konnte. Im Innerdalen gibt es einen sehr markanten Berg, der ein wenig an einen Zuckerhut erinnert, der direkt hinter einem zugefrorenen See steht. Durch viele Fotostopps und das ganze Reden während des Wanderns verging die Zeit bis zum Ziel wie im Flug.
An unserem Zielpunkt der Wanderung gab es eine Selbstversorgerhütte und eine offene Hütte, in die man sich setzen konnte. Wir haben kurz den Besitzer der Hütte angerufen und nachgefragt, ob es okay wäre, neben den Hütten ein Feuer zu machen, um dort unser Mittagessen aufzuwärmen: Am Vortag hatten wir bereits eine Suppengrundlage vorbereitet, die nun nur noch aufgewärmt werden musste. Das Feuermachen und Aufwärmen der Suppe hat dann auch sehr gut geklappt, nur leider war der Effekt einer heißen Suppe, die einen selbst aufwärmt, nicht so richtig gegeben, da es draußen einfach viel zu kalt war. Dennoch fand ich dieses ganze Mittagessen eine so coole Wanderung: Mit der tollsten Freundin der Welt ein Lagerfeuer machen und dort etwas draufkochen mitten im norwegischen Winter, klingt schon traumhaft.
Nach dem Essen war uns beiden sehr kalt, sodass wir uns schnell auf den Weg Richtung Auto gemacht haben – mit einer kleinen Pause für einen Drohnenflug sind wir dann innerhalb einer Stunde bis zum Auto gewandert, wo wir uns dann schnell hineingesetzt haben, um uns wieder aufzuwärmen. Unsere Fahrt nach Trondheim verging relativ schnell (wieder mit ein paar Reh/Reentier-artigen Tieren auf der Straße), was auch daran lag, dass wir ein wenig mit Leuten telefoniert haben und sonst die ganze Fahrt durch geredet haben.
In Trondheim selbst hatten wir nicht mehr viel geplant, wir wollten dort nur noch ankommen, duschen, etwas essen und dann schlafen gehen. Danke Maus, dass du mir da noch geholfen hast, die Matratze im Auto mit der in meinem Zimmer auszutauschen, das hat mir einiges erleichtert.
Ich finde, nach so einer Wanderung sind die Dusche und danach ins warme Bett legen immer die größte Form von Entspannung, sodass wir an diesem Abend auch ganz müde sehr schnell eingeschlafen sind.
Das gemeinsame wünsche ich mir wirklich jeden Abend so sehr, das ist ein sehr geborgenes Gefühl.
Ich liebe dich
Dein Simi