Tagebuch: 22.02.2026
TAGEBUCH
2/22/20264 min read
Liebe Kathi,
heute Morgen fängt unser Tag schon ganz früh an: Um 05:15 Uhr sind wir losgefahren, knapp 2,5 Stunden Richtung Norden. Unser Ziel direkt heute Morgen ist das Nordkap, dort wollen wir so früh sein, da nachmittags das Wetter wohl sehr schlecht sein soll und die Straße dorthin dann gegebenenfalls geschlossen wird. Auf der Fahrt sind alle direkt eingeschlafen, ich aber bin wach geblieben, da ich den Blick aus dem Fenster genießen wollte. Schon um 05:30 Uhr hat es angefangen zu dämmern und die ganze Landschaft in ein sehr schönes dunkelblaues Licht zu versetzen. Es war irgendwie ein wenig "magisch" durch diese Landschaft zu fahren, rauszuschauen und alles zu bestaunen. Die Straße in den Norden verlief fast die ganze Zeit direkt am Meer, was immer mal wieder gefroren war. Nach ungefähr der Hälfte des Weges hat sich die Landschaft nochmal total verändert, da es auf einmal keine Bäume mehr gab und die Landschaft wie eine Wüste aus Schnee aussah. Als ich so viel über Spitzbergen recherchiert hatte, wollte ich unbedingt so was sehen. Deshalb war ich so froh, das hier zu sehen.
Um kurz vor 07:30 Uhr ging die Sonne ganz langsam auf, nachdem sie schon ganz lange sehr nah unter dem Horizont gestanden hatte. Wir waren noch nicht am Nordkap, aber hatten wunderschöne Blicke über die Fjorde, die schneebedeckten Berge und die langsam aufgehende Sonne. Wir konnten leider nicht so lange stehenbleiben, da wir um 08:30 Uhr den Convoy zum Nordkapp kriegen mussten: Da das Wetter für den späteren Tag schlecht vorhergesagt war, kann man nur direkt hinter einem Schneepflug die letzten Kilometer bis zum Nordkapp fahren. Der Convoy wurde leider auf später verschoben, da wir auf Busse von einem Kreuzfahrtschiff warten mussten. Die Wartezeit konnten wir aber gut nutzen, da wir mit dem Auto nochmal kurz los sind, und an einem Aussichtspunkt über dem Nordkapp gewartet haben.
Um 09:30 Uhr sind wir gemeinsam mit 3 Bussen und zwei Autos dann das letzte Stück zum Nordkapp gefahren – die Straße war sehr spannend, da es in alle Richtungen kein Leben, sondern nur flache und abgerundete Hügel mit Schnee gab. Wir sind nach circa 15 Minuten Fahrt angekommen und haben uns dort direkt auf den Weg zu der bekannten Weltkugel gemacht, um dort ein Foto ohne Menschen zu machen – leider mussten wir aber an einer Schranke etwas warten, sodass es schon relativ voll war. Die meisten Kreuzfahrttouristen, die dort waren, sind aber nach einem kurzen Foto direkt ins Museum gegangen, sodass wir nach einer Weile alles draußen für uns hatten. Wir haben kurz realisiert, dass wir für einen Moment die nördlichsten Menschen auf dem europäischen Festland sind – schon ein ganz schön cooler Gedanke. Da wir alles für uns hatten, haben wir sehr viele Bilder gemacht, von der Landschaft, aber auch mit der Weltkugel. Ich bin sogar ganz oben auf die Weltkugel geklettert, was die anderen von der Ferne fotografiert haben. Diese Fotos finde ich wirklich so cool und ich bin richtig glücklich, das gemacht zu haben.
Wir hatten bis 11 Uhr Zeit, wobei ich das Gefühl hatte, dass die Zeit rasend schnell verging. Circa 10 Minuten vor 11 Uhr ist das Wetter plötzlich umgeschwungen und es gab sehr viel Schnee, der durch den starken Wind die ganze Zeit von der Seite kam. Deshalb war es ganz gut, dass auch dann unser Konvoi fuhr, denn draußen konnte man einfach nicht mehr so lange sein. Vom Nordkapp führt nur eine Straße Richtung Süden. Da das Wetter nicht mehr so gut war, war unsere Idee, einfach diese Straße in Richtung unseres Airbnbs zu fahren und dann immer wieder Stopps zu machen. Relativ schnell haben wir unseren ersten Stopp in einem kleinen Fischerdörfchen gemacht, was durch den Schneesturm, den wir hatten, in einem sehr schönen Setting war. Danach sind wir zu dem einzigen größeren Dorf vom Nordkap gefahren, wo wir morgens schon mal waren, um dort unser Auto zu laden und ein wenig das Dörfchen anzuschauen.
Es war relativ touristisch dort, einfach wegen des Kreuzfahrtterminals, das es dort gab. Zudem hält dort das Hurtigrutenboot an – das ist ein Postschiff, welches auch von Touristen genutzt werden kann und entlang der Küste von Norwegen als Fähre funktioniert. Wir konnten mit einer Gästekarte auf das Boot gehen, was sehr cool zu sehen war, und zudem ein guter Unterstand für den Schnee und Wind draußen war. Ich bin in dem Dorf, als die anderen in einem Souvenirshop waren, noch mit der Kamera losgezogen und habe dort ein paar Fotos gemacht – es war sehr schön dort, die Fischerboote von den Bergen zu fotografieren. Nachdem unser Auto voll war, haben wir uns auf den Weg zu unserem AirBnb gemacht. Aus dem Auto haben wir dann noch einen Strand gesehen, an den wir gelaufen sind, um noch ein paar Fotos zu machen. Ansonsten war die Fahrt sehr schön, vor allem die Blicke auf die schneebedeckten Fjorde waren einfach toll.
Kurz bevor wir an der AirBnb waren, haben wir uns entschieden, noch einen Stopp zu machen, um Rentiere zu suchen – doch schon als wir aus dem Auto gestiegen sind (es war gerade mal 17:30 Uhr), konnte man in der Dämmerung Polarlichter sehen. Wir sind deshalb einfach dort geblieben und haben für knapp 1,5 Stunden dort gestanden und nur den Himmel bestaunt – manchmal war es wirklich, als würde der Himmel aus dem Nichts heraus explodieren. Es war wieder einer der Momente heute, die sich einfach magisch angefühlt haben.
Da wir alle irgendwann hungrig wurden, sind wir kurz nach Hause gegangen und haben uns dort kurz Nudeln gekocht und gemeinsam zu Abend gegessen. Irgendwie war jeder von uns total fertig, aber wir alle wollten unbedingt wieder raus. Nach einer kleinen Pause, in der wir was gespielt haben (und wir beide telefoniert haben, hihi), sind wir dann mit dem Auto nochmal los, um die Polarlichter in verschiedenen „Settings“ zu sehen. Es war ein so schöner Abend, einfach in dem Auto zu sitzen, mit allen zu reden und immer wieder kurz auszusteigen und ein bisschen zu gucken. Wir waren bis circa 01:00 Uhr unterwegs. Als wir heimkamen, war ich wirklich total müde und wollte nur noch ins Bett. Ich hatte heute immer mal wieder den Moment, an dem ich mir gewünscht habe, all diese Momente mit dir zu teilen. Du fehlst mir wirklich sehr, mein Schatz.
Ich liebe dich
Dein Simi