Tagebuch: 20.02.2026
TAGEBUCH
2/20/20263 min read
Liebe Kathi,
heute Morgen fängt unser Nordnorwegen-Abenteuer schon ganz früh an, da um 05:37 Uhr der Bus zum Flughafen geht. Im Bus habe ich Lukas und Fabian getroffen, und dadurch, dass wir alle drei aufgeregt waren, waren wir auch gar nicht so richtig müde. Am Flughafen angekommen, ging die Security sehr schnell, sodass wir dann mit circa 45 Minuten Vorlauf am Gate waren. Dort angekommen habe ich das Personal angesprochen, um zu erfragen, ob es möglich wäre, auf dem Jumpseat im Cockpit mitzufliegen – und sie haben auch sehr lieb nachgefragt, aber leider ist es nicht möglich (das ist wohl so aufgrund der Regularien). Ein wenig traurig war ich, aber gleichzeitig verstehe ich es zu 100 % und denke mir, dass ich es einfach weiter probieren werde.
Der Flug wurde dann pünktlich geboardet und es ging mit einem kleinen Propellerflugzeug ganz pünktlich los. Neben mir saß ein norwegischer Fischerboot-Kapitän, der mir während des gesamten Fluges Bilder und Videos seines (50m langen) Boots gezeigt hat und mir wirklich alles Mögliche erzählt hat. Anfangs war es leider zum Rausgucken zu wolkig, doch irgendwann in den Lofoten ist es aufgeklart und man konnte die Landschaft auf einmal sehen: Alles war schneebedeckt mit schroffen und weichen Bergen, die aus dem Meer kommen – immer wieder war Meerwasser gefroren. Insgesamt sehr magisch und es sieht sehr nach Arktis aus.
In Tromsø haben wir dann beim Anflug nicht nur die Stadt, sondern auch das Fischerboot von dem Kapitän neben mir gesehen. Es war wirklich ein Riesenboot, das er besitzt. Wir hatten hier dann circa eine Stunde bis zum nächsten Flug, wo wir drei einfach viel redeten und dadurch die Zeit auch super schnell verging. Kurz vor dem Boarding habe ich wieder gefragt, ob es diesmal klappen würde, im Cockpit mitzufliegen, doch leider wurde ich auch hier wieder enttäuscht. Der Flug war dennoch supercool, da wir sehr flach geflogen sind und nur ein sehr kleines Flugzeug hatten, wodurch es sich sehr nach einem Rundflug angefühlt hat.
In Alta angekommen haben wir den Rest der Gruppe getroffen – Amelie (Fabians Freundin), Luisa (Amelies beste Freundin) und Alice (eine Freundin von Amelie aus Oslo). Wirklich schnell haben wir uns alle gut verstanden und eine gute Gruppendynamik aufgebaut. Während wir auf das Gepäck gewartet haben, konnten wir parallel den Mietwagen abholen – es kam der kleine Schock, dass es leider ein Elektroauto ist (immerhin ein VW Bus), aber dennoch unpraktisch für den Trip, den wir vorhaben. Als wir jedoch am Auto waren, haben wir schnell festgestellt, dass das Auto alleine von der Größe schon praktisch ist, da wir sonst keine Chance gehabt hätten, alles einzupacken. Wir machten uns direkt auf den Weg, ein paar Dinge bei Bua abzuholen und noch einzukaufen.
Nachdem wir damit fertig waren, und auf dem Weg zu unserer Wanderung waren, habe ich nachgeschaut, wie man zu der Alternativunterkunft kommen würde, falls man die Wanderung nicht schaffen könnte. Dabei habe ich gemerkt, dass man eine Fähre braucht, die lediglich 3 mal am Tag fährt – schlecht, um dort flexibel hinzukommen, aber auch sehr schlecht für unseren geplanten Trip zum Nordkapp. Wir haben also direkt nach Alternativen gesucht und geschaut, ob man die kommenden Nächte noch stornieren kann (beides hat zum Glück geklappt, wobei wir die Airbnb für eine Nacht zahlen müssen).
Unsere Wanderung hat nur so mäßig gestartet, da es sehr lange gedauert hat, bis wir alle fertig waren – und als wir los sind, wurde es nicht besser. In meinem normalen Wandertempo habe ich alle 100 Meter auf die Gruppe warten müssen, da jeder kleine Wehwehchen hatte und nicht so schnell war. Mir wird schnell klar, dass es für die kommenden 9 Kilometer sehr anstrengend sein können und die Wanderung weitaus länger als geplant brauchen könnte. Mit Fabian habe ich dann nochmal über die Sinnhaftigkeit gesprochen, wobei wir uns dann nochmal den Wetterbericht angeschaut haben: –30 Grad gefühlte Temperatur, 20 m/s Wind und vor allem eine erhöhte Lawinengefahr. Für uns beide war dadurch direkt klar, dass wir die Wanderung abbrechen wollten. Das haben wir den anderen kurz berichtet, sodass wir dann im Konsens entschieden haben, umzukehren.
Da es zum Glück noch recht früh war, konnten wir zu unserer gebuchten Airbnb fahren (die mit Fähre, nicht die neue). Dort angekommen habe ich mich direkt rangemacht, ein japanisches Curry zuzubereiten, was zum Glück sehr lecker wurde. Direkt danach sind wir auch schon schlafen gegangen, mit dem Plan, morgen etwas auszuschlafen und erst abends Richtung Norden weiterzufahren. Der Tag hat total gezeigt, dass nicht immer alles wie geplant läuft: die Idee, im Cockpit zu sitzen, die Wanderung und das Airbnb in schlechter Lage waren alles doofe Dinge. Dennoch haben wir absolut das Beste drausgemacht und hatten trotzdem eine tolle Zeit. Ich glaube, manchmal muss man einfach Akzeptanz zeigen für unveränderliche Dinge.
Ich lieb dich so dolle, mein Schatz
Dein Simi