Tagebuch: 17.01.2026
TAGEBUCH
1/17/20263 min read
Liebe Kathi,
heute Morgen heißt es früh aufstehen, da meine erste Hüttenwanderung ansteht. Gemeinsam mit einer von 8 weiteren Deutschen wollen wir zur Telia-Hütte in der Nähe von Oppdal wandern. Ich bin um 07:00 Uhr schon aufgestanden und habe meine letzten Sachen fertig gepackt. Um 07:50 Uhr wollte ich den Bus nehmen, was leider nicht geklappt hat. Ich bin pünktlich los zur Bushaltestelle, jedoch ist der Bus leider schon vor der Abfahrtszeit an mir vorbeigefahren. Das war erstmal sehr doof, da wir uns um 08:00 Uhr treffen wollten und ich so nun zu spät kommen würde. Mein Glück war dann, dass die Mietwagenstation, von der wir ein Auto gemietet hatten, ganz in der Nähe war, und ich dann einfach dort ins Auto einsteigen konnte. Das Auto war ein Peugeot-SUV, der als Siebensitzer ausgelegt war. Wir mussten mit 6 Personen in dem Auto fahren, wobei ich den Platz im Kofferraum ergattert habe. Der Platz war tatsächlich nicht der beste, da man die Beine gar nicht ausstrecken konnte, sondern sie irgendwie seitlich hinlegen musste. Bevor wir losgefahren sind, haben wir in dem anderen Auto (einem kleinen Transporter) noch all unsere Taschen verstaut.
Wir sind dann circa 1,5 Stunden gefahren, bis wir in Grindal, einem sehr überschaubaren Ort, unser Auto abgestellt haben, um von dort aus loszuwandern. Wir waren zu sechst mit Schneeschuhen unterwegs, die anderen drei waren mit Tourenski unterwegs. Der Anfang der Wanderung war auf einer nicht geräumten Straße, sodass wir problemlos mit den normalen Wanderschuhen unterwegs waren. Die Landschaft dort war sehr hügelig, mit Flüssen durchzogen und ziemlich verschneit (auf jeden Fall auf dem Boden, leider sind die Bäume schneefrei). Nach circa 20–30 Minuten hörte die Straße auf und der Weg verlief querfeldein über eine Ebene. Hier waren die Schneeschuhe auf einmal sehr praktisch, da sie sehr gut helfen, dass man in dem Tiefschnee gar nicht oder nur ganz wenig einsinkt.
Die Ebene war sehr schön, sodass wir sehr viele Fotostopps gemacht haben, und ich auch meine Drohne fliegen gelassen habe. Da es noch so früh war, stand die Sonne sehr tief über dem Horizont, sodass wir bei einem sehr warmen Licht den Ausblick genießen konnten. Irgendwann haben wir dann im Horizont unsere Hütte gesehen – eine kleine Holzhütte, die am Fuß eines Hügels stand. Die Hütte war sehr überschaubar: Es gab zwei Räume, einen mit Ofen, Esstisch und ein paar Schlafplätzen und einen Vorraum mit Feuerholz und noch ein paar weiteren Schlafplätzen. Die Toilette war in einer Hütte außerhalb, als ein kleines Plumpsklo.
Nachdem wir all unser Zeug auf der Hütte verstaut hatten, machten wir uns auf den Weg, auf den Hügel hinter der Hütte zu wandern. Mit den Schneeschuhen konnte man auch recht steile Hänge im Schnee hochlaufen, sodass wir ziemlich gut Höhenmeter schaffen konnten. Immer wieder haben wir gedacht, dass wir den Gipfel sehen können, wobei wir, sobald wir auf einem vermeintlichen Gipfel waren, gemerkt haben, dass es nur ein „Zwischengipfel“ war und es noch weiter hoch ging. Irgendwann haben wir uns entschlossen, dass der nächste Gipfel, den wir sehen, das Ziel ist.
Dort angekommen hatten wir eine tolle Sicht über die Landschaft. Zudem hing die Sonne schon so tief, dass ein langer, schöner und warmer Sonnenuntergang angefangen hatte. Da es sehr kalt war, haben wir dann relativ schnell wieder den Rückweg in unsere Hütte angetreten. Dort angekommen war die erste Aufgabe, die Hütte einzuheizen, sodass wir dort einen Ort zum Aufwärmen hatten. Während des Einheizens haben wir auf dem Dach auf dem Kamin schon Bacon, Spiegeleier und Instantnudeln gemacht, was vom Vibe her sehr lustig und cool war!
Nachdem es aber auch auf der Hütte zu kalt wurde, haben wir uns vom Dach in die Hütte begeben, um dort das richtige Abendessen zuzubereiten. Es gab Nudeln mit einer Tomatensauce und Zucchinistücken, was in Kombination sehr gut geschmeckt hat!
Wir waren alle sehr müde, aber wollten noch lange aufbleiben, da es vielleicht Polarlichter geben sollte. Um die Zeit herumzukriegen, haben wir erstmal Gitarre gespielt und gesungen, dann Sterne fotografiert und dann noch Karten gespielt. Mit der Gruppe waren all diese Aktivitäten sehr sweet und haben sehr viel Spaß gemacht. :)
Um circa 0 Uhr sind wir dann raus und haben Polarlichter gesucht – leider waren diese mit dem Auge nur als ein Flackern im Himmel sichtbar und nur mit dem Handy grün wahrnehmbar.
Wir sind danach dann ins Bett gefallen – dort habe ich mich in meinen Schlafsack eingemümmelt und bin dann schnell eingeschlafen. Beim einschlafen habe ich noch gedacht, wie cool es jetzt wäre bei dir zu sein und mit dir zu feiern.
Ich liebe und vermisse dich so dolle
Dein Simi