Tagebuch: 07.03.2026

TAGEBUCH

3/7/20263 min read

Liebe Kathi,

Heute Morgen sind wir früh aufgestanden und haben dann direkt angefangen, unsere Rucksäcke für den Hüttentrip zu packen. Ich hatte als Einziger ein bisschen den Plan, was wer einpacken muss, sodass für mich das Packen etwas anstrengend gewesen ist. Das war aber nicht schlimm, da ich so ein bisschen die „Kontrolle“ hatte, dass wir als Gruppe alles haben, und außerdem schauen konnte, dass das Gewicht fair verteilt ist.

Wir sind nach einem kleinen Frühstück (Müsli und Skyr) dann circa 20 Minuten später als geplant losgekommen – wir sind heute mit dem Auto gefahren, während der Rest unserer Gruppe mit dem Bus gefahren ist. Die Idee von uns war es, dass wir uns an der Bushaltestelle treffen und ich mit dem Auto die Gruppe in zwei Fahrten rund 14 Kilometer den Berg hochfahre. Die Wanderung wäre nämlich sonst 4–5 Stunden lang gewesen, wobei bestimmt 3 Stunden über die Straße geführt worden wären. Auf meiner ersten Fahrt nahm ich Tobi, Max, Chris, Tomas und all unsere Rucksäcke mit, wobei ich dann auf der zweiten Fahrt die restlichen 6 Personen mitgenommen habe.

Gemeinsam sind wir dann von dem Parkplatz Richtung Hütte losgewandert – der Weg ist von hier nur noch circa eine Stunde lang und führt die meiste Zeit ganz entspannt über Schneemobilstraßen. Ich bin viel der Strecke mit Nishii und Max gelaufen und wir konnten viel über alles Mögliche reden. Wir haben viel über unser Studium und Erasmus gesprochen und es war irgendwie schön, die Erfahrungen und das Gefühl von den anderen zu hören. Vor allem Max hat auch viel von seiner Zeit in Italien erzählt, was mich auch sehr interessiert hat.

Nach circa 30 Minuten kamen wir an einen See, was schon der See war, den wir von unserer Hütte aus sehen sollten. Wir sind um den See herumgelaufen und haben uns mühselig einen Pfad durch den Wald suchen müssen. Das Problem war nämlich, dass es keinen richtigen Pfad zu der Hütte gab, der irgendwie als solcher gekennzeichnet war. Die Hütte war auf einer Anhöhe in einem sehr dichten Waldstück versteckt – ohne Google Maps wäre es vermutlich sehr schwer gewesen, diese zu finden. Sie war eine kleine quadratische Hütte mit einem moosbedeckten Dach, und einer Fensterfront, die direkt auf den See ausgerichtet war. Vor der Hütte, auch mit Seeblick, war ein Feuerplatz. Von der Lage war das auf jeden Fall die schönste Hütte bisher.

Wir waren alle etwas müde und wollten erstmal ankommen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen, um in der Nähe der Hütte etwas wandern zu gehen. Nicht jeder wollte mit, sodass wir bloß zu siebt los sind. Für die Wanderung sind wir erst einmal an den See gegangen, wo wir mit einer Axt und einem Eisbohrer die Dicke des Eises prüfen wollten. Das Eis war jedoch so dick, dass wir mit der Axt keine Chance hatten, durchzubrechen, und unser Eisbohrer war so schlecht, dass er noch weniger Chancen hatte. Ein Norweger hat das mitbekommen und ist zu uns gekommen und hat uns erzählt, dass das Eis noch fast einen Meter dick sei (er ist dort am Eisfischen und wusste es deshalb so genau). Mit dieser Information haben wir uns dann auf den Weg gemacht, den See zu überqueren und auf der anderen Seite auf einen kleinen Berg zu gehen, von dem man den Sonnenuntergang sehen konnte. Auf dem ganzen Weg habe ich mich immer wieder mit Max und Tobi und Chris unterhalten, da wir doch so viel zu erzählen hatten – es war super schön, „vertraute Gesichter“ zu Besuch zu haben. Auf dem Berg angekommen, hat Jonah (ein Freund von Camilla und Fabio aus Italien) uns noch einiges über Steine erzählt, was wirklich erstaunlich spannend war (er hatte mal Geologie an der Universität über zwei Jahre).

Wir waren circa 2,5 Stunden unterwegs, bevor wir wieder zurück zur Hütte sind, wo wir direkt angefangen haben, Abendessen vorzubereiten – zur Vorspeise habe ich Butter mit Kräutern und Knoblauch gemacht, und zur Hauptspeise gab es dann ein von Nishii gekochtes Dal. Dieses Dal war wirklich sooo lecker. Er hat das mit einem Rezept gekocht, das ich auch nutze, hat aber die Soßengrundlage viel länger kochen lassen, als ich es normalerweise tue.

Nachdem wir mit dem Essen fertig waren, haben wir noch ein bisschen was getrunken – wir hatten Wodka und Sirup dabei. Wir alle hatten schnell einen ganz guten Pegel und haben alle zusammen Lieder gesungen und getanzt. Nach circa 2–3 Stunden in der Hütte haben wir draußen ein Lagerfeuer angemacht, wo wir alle gemeinsam drum saßen und den Sternenhimmel anschauen konnten. Es war superharmonisch mit der Gruppe und hat wirklich so viel Spaß gemacht – es war ganz egal, wer neben einem saß, da man mit jedem wirklich super Gespräche haben konnte. Im Laufe des Abends habe ich dann auf einmal Fabio und Nishii herummachen sehen, was mich in dem Moment sehr überrascht hat.

Irgendwann sind dann die ersten schlafen gegangen, sodass ich nur noch mit Nishii, Fabio und Claudia (einer Freundin von Camilla und Fabio) zusammensaß und gequatscht habe. Um circa 03:00 Uhr ging es dann ins Bett, wobei ich mich für die Gruppe geopfert hatte und auf den Sitzbänken geschlafen habe. Da ich aber so müde war, bin ich dennoch sehr schnell eingeschlafen.

Ich liebe dich sooooo dolle meine Maus

Dein Simi