Reise nach Trondheim (Oppdal)

Heute gibt es den ersten Blogbeitrag. Hier könnt ihr lesen, wie man nach Trondheim (oder halt nach Oppdal) reist. Am Ende bin ich angekommen, aber es war leider nicht die Anreise, wie ich sie mir vorgestellt habe.

FAMILIENBLOG

1/13/20264 min read

Hallo liebe Familie,

Heute kriegt ihr meinen ersten „Blog-Eintrag“ zu lesen. Wie ihr alle mitbekommen habt, war es jetzt nicht die erste Woche, wie ich sie mir erhofft habe, und sie war mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Aber lasst uns erstmal vorne anfangen.

Das Wochenende verging sehr schnell, sodass es auf einmal Montag war und es klar war, dass heute ein schwerer Abschied stattfinden wird. Ich habe noch ein paar Erledigungen am Morgen gemacht und dann mit Kathi noch ein bisschen Zeit verbracht und ein schönes Mittagessen gehabt. Dann ging es auch plötzlich los, und der Abschied fiel mir sehr sehr schwer. Aber ein schöner Gedanke war, dass ich wusste, wann wir uns das nächste Mal wiedersehen können. Das Tagesziel war Norddänemark, genauer Hirtshals, von wo aus meine Fähre abfahren sollte. Mit einer anstrengenden Fahrt durch viel Schnee habe ich es pünktlich geschafft, nur war leider die Fähre 2 Stunden verspätet. Sehr müde habe ich im Auto gewartet und konnte um 00:30 Uhr endlich auf die Fähre und dort einen Schlafplatz suchen. Ich konnte zum Glück die ganze Fährfahrt schlafen, sodass ich halbwegs fit um 04:30 Uhr von der Fähre fahren konnte.

Nur 20 Minuten entfernt von der Fähre habe ich auf einem Parkplatz einen Schlafplatz gefunden und habe dort nochmal 1,5 Stunden geschlafen. Geweckt wurde ich dann durch den Lärm von LKWs. Es war also circa 06:45 Uhr, als ich mich entschied, den Weg nach Trondheim anzutreten. Bis hinter Oslo war es nicht so schön und sehr anstrengend zu fahren, da es sehr viel Verkehr gab. Nach Oslo waren die Straßen aber sehr frei und ich konnte entspannt über verschneite Landstraßen Richtung Trondheim fahren. Schnell wurde es immer kälter, an der kältesten Stelle hatte es –30 Grad. Das ist kälter als im Tiefkühler zu Hause. Die Landschaft war demnach sehr spannend zu beobachten, da alles gefroren war. Sogar der große Fluss, der neben der Straße verlief, war gefroren, und immer wieder hat man große Eisplatten, die circa einen Meter dick waren, aus dem Fluss ragen sehen. Genau hier hatte ich dann Gedanken und die Angst, wie doof es wäre, liegen zu bleiben.

Und das, was dann passiert ist, wisst ihr ja schon. Ganz viel weißbläulicher Rauch kam aus dem Auspuff und dann war da die Öldruckwarnung. „Öldruck – sofort Anhalten und Werkstatt aufsuchen“ war die Fehlermeldung im Display. Das habe ich dann auch gemacht. Draußen waren es circa –25 Grad und ich war alleine im Auto mit dem ADAC am Ohr. Nach circa 1,5 sehr kalten Stunden wurde ich dann endlich abgeschleppt und konnte mich in dem warmen Abschlepp-LKW aufwärmen. Im Kopf hatte ich immer noch die Hoffnung, dass ich bloß Öl nachfüllen muss und dann funktioniert das Auto wieder. Diese Hoffnung wurde dann aber sehr schnell zu Nichte, da unter dem Auspuff Öltropfen zu finden waren – damit war schlagartig klar, dass es vermutlich ein größeres Problem ist. Trondheim zu erreichen war damit dann ausgeschlossen und nun hieß es, ein Hotel in dem kleinen Skiort Oppdal zu organisieren. In Oppdal hatte es –28 Grad. Ich habe circa 12 Minuten zu Fuß entfernt ein Hotel gefunden. Da das Auto mit vielen Dingen gefüllt war, die nicht zwingend tiefgekühlt werden sollten, bin ich 3 Mal zwischen dem Hotel und dem Auto hin- und hergelaufen, um alles in das warme Hotelzimmer zu retten. Als ich alles im Hotelzimmer hatte, ging es mir nicht so gut. Kalt, frustriert und einfach traurig, nicht in Trondheim angekommen zu sein, bin ich schlafen gegangen – so habe ich mir den ersten Tag auf jeden Fall nicht vorgestellt…

Am nächsten Morgen bin ich dann zur Werkstatt gegangen und habe dort den Schlüssel und das Auto abgegeben. Nun wollte ich mir bei dem einzigen Autovermieter ein Auto mieten, um endlich nach Trondheim zu kommen. Dafür bin ich zu AVIS gegangen, konnte dort aber leider niemanden finden. Irgendwann um 08:30 Uhr habe ich endlich jemanden telefonisch erreicht, der mir dann gesagt hat, dass es nur ein Auto gibt und dieses erst um 13:00 Uhr verfügbar sei. Das war wieder frustrierend, da ich eigentlich zu dem Welcome-Meeting in der Uni gehen wollte, das um 10:30 stattfinden sollte. Um 11:30 Uhr war das Auto dann tatsächlich schon verfügbar und ich konnte all mein Zeug aus dem Hotel einladen. Zum Glück war das Auto ein sehr großer Skoda, sodass ich eigentlich alles mitnehmen konnte und nur das Camping-Equipment im Auto gelassen habe.

Im Sonnenuntergang (15:00 Uhr) bin ich dann endlich angekommen und konnte dann all mein Zeug ins Zimmer bringen. Den Schlüssel gab es ganz einfach in einer Schlüsselbox, was die Anreise sehr leicht gestaltet hat. Die Wohnung und das Zimmer sind eigentlich sehr schön. Die Küche ist offen mit einem Esstisch und dann ist mein Zimmer und das Bad im zweiten Stockwerk. Meine Mitbewohner sind zwei Norwegerinnen, die aber relativ zurückhaltend sind.

Nachdem ich alles in der Wohnung hatte, habe ich mich spontan dazu entschieden, noch zu Ikea zu fahren, um noch ein Bett und einen Schreibtisch zu kaufen – mein Plan ist es, das Zimmer an dem Tag noch schön einzurichten. In der Fundgrube von Ikea habe ich dann noch das Bettgestell, das ich gerne haben wollte, mit 70 % Rabatt erhalten. Immerhin hatte ich dabei mal etwas Glück! Zurück in der Wohnung habe ich dann das Bett und den Schreibtisch noch aufgebaut und bin dann ziemlich früh schlafen gegangen. Es tat sehr gut, endlich angekommen zu sein und in dem Zimmer zu sein, wo man erstmal bleibt. Nur das Auto macht mir noch ein bisschen Gedanken – mal schauen, was das noch ergibt. Am nächsten Morgen gibt es dann eine Wanderung von der Uni, an der ich teilnehme. Darüber berichte ich im nächsten Eintrag „Ankunft in Trondheim“.