Erste Uniwoche in Trondheim

Heute gibt es den dritten Blogbeitrag. Hier könnt ihr lesen, wie ich mich an meiner Uni eingefunden habe, und was die Besonderheiten hier sind. 

FAMILIENBLOG

1/23/20263 min read

Hallo liebe Familie,

heute melde ich mich erneut mit einem Blogeintrag über meine erste Uniwoche. Nach dem etwas turbulenten Start habe ich mich wirklich sehr auf etwas Tagesstruktur gefreut, und war dann irgendwo zufrieden, dass ich jeden Tag Vorlesungen in der Uni besuchen kann. Ich belege hier 4 Fächer (nicht-destruktive Untersuchung von Bausubstanz; Metallverformung und Mikroplastizität; Energiespeichersysteme; wirtschaftliche und nachhaltige Betrachtung von Ressourcen und Umwelt). Am Montag fing es direkt mit den Energiespeichersystemen an, wobei der Professor, den wir in der ersten Vorlesung hatten, Deutscher war und selber mal Erasmusstudent an der NTNU war. Alle Fächer, die ich belege, werden in Englisch gelehrt, was mir eine total gute Chance bietet, „Ingenieursenglisch“ zu lernen, was ich bisher nicht so richtig beherrsche, da ich bisher nie einen Kurs auf Englisch gehabt habe.

Über die Woche habe ich alle Professoren kennengelernt und auch ein Gefühl für die Vorlesungen bekommen. Zwei der Kurse sind schon etwas anspruchsvoller, denke ich, aber ich bin zuversichtlich, dass ich dort auch gut am Ball bleiben kann. Spannender als meine Kurse ist aber vielleicht das generelle Unileben für euch!

Die Uni ist sehr groß, vor allem für diese kleine Stadt. In Trondheim leben 210 000 Menschen, wovon 37 000 Studenten an der NTNU sind (im Vergleich: In Hamburg oder Köln sind es knapp 42 000 Studenten). Sprich, knapp 18 % der Menschen hier sind Studenten. Das fällt in der Stadt auf jeden Fall sehr auf, da gefühlt jeder hier gleichalt ist. Dementsprechend groß ist auch die Universität, wobei der Campus flächenmäßig nicht so richtig groß ist: Das Hauptgebäude, das ein wenig wie Hogwarts aussieht, kann ich aus meinem Fenster sehen, und ich brauche nur 4 Minuten, bis ich dort bin. Der weiteste Weg auf dem Campus, den ich bislang hatte, war nur 13, und das war von meiner Wohnung bis zum anderen Ende des Campus.

Die meisten Vorlesungen finden im "Realfagbygget" statt. Das ist ein neunstöckiges Gebäude, das auf allen Ebenen Seminar- und Vorlesungsräume hat. Zudem gibt es dort eine Mensa, ein Café, eine Bibliothek, Innenhöfe mit Sitzbereichen, Eventbereiche, … Wenn man dort einen Raum finden muss, kann das sehr herausfordernd sein. Zum Glück gibt es das Tool Mazemap, in welchem alle Räume, Mensen etc. zu finden sind, und mit dem man die schnellsten Routen durch das Gebäude planen kann. Ich nutze das momentan jeden Tag, da mir die Orientierung durch die Uni auf jeden Fall noch fehlt.

Eine weitere Besonderheit ist, dass viele Gebäude Räume haben, die man zwischen den Vorlesungen besuchen kann, in denen es Angebote zum Zeitvertreib gibt. In einem Raum gibt es zum Beispiel Leinwände und Acrylfarben, die man sich nehmen kann, eine Wii Switch mit Mario Kart, Häkelzeug – und das alles ist kostenlos. In diesen Räumen gibt es zudem immer Gratis-Kaffee und Tee – das ist auch etwas, was man sehr oft an der Uni findet. Es gibt täglich Studentenstände, die Werbung für Unigruppen machen, und dabei immer Gratis Kaffee anbieten.

Was mir hier auch gut gefällt, ist, dass es jeden Dienstag "Taco-Tuesday" und jeden Mittwoch "Kanelboller-Wednesday" (Zimtschnecken) gibt. Vor allem die Zimtschnecke mit einem Kaffee für circa 3,50 € ist etwas, das ich hier öfters kaufen werde! Ansonsten sind die Mensen aber leider relativ teuer, sodass ich für ein normales Mittagessen bestimmt 8–9 € zahlen muss.

In meinen Vorlesungs- und Mittagspausen treffe ich sehr oft Freunde, die ich hier kennengelernt habe, vor allem oft dieselbe Gruppe, die zum Großteil aus Italienern besteht. Es macht mir demnach viel Spaß, in die Uni zu gehen, und dort ein richtiges Studentenleben zu haben. Im Gegensatz zu meiner Uni in Harburg passiert hier deutlich mehr, und auch eine Mischung der Studenten (nicht nur technische Studenten) ist auf jeden Fall etwas, das der Gemeinschaft gut tut.

Ich bin jetzt noch sehr gespannt, wie sich das ganze Unileben in den nächsten Wochen entwickelt. Momentan finde ich es sehr schön, und bin sehr zufrieden, dass nach dem etwas turbulenteren Start alles eine gute Wendung genommen hat. Ich versuche jetzt erstmal, alle Vorlesungen zu besuchen, sodass ich mir dann ab und zu mal wegen möglicher Trips in Norwegen Zeit frei machen kann. Wenn ihr mich hier besucht, freue ich mich sehr, euch die Uni zeigen zu können!

Vom 17. bis 18.01. und vom 23. bis 25.01. habe ich zwei Hüttentrips geplant – was ich dabei so erlebt habe, werde ich nächste Woche in einem neuen Blog erzählen! Ich hoffe, euch gefallen diese kleinen Updates von mir.

Liebste Grüße

Euer Simi